Kunst und Natur in der Seegeniederung

 

Die Broschüre "Feldversuche - Kunst- und Natur in der Seegeniederung Gartow" gibt weitere Erläuterungen zu den Skulpturen und dem Biosphärenreservat. Sie erhalten diese Informationsschrift an den beiden Ausstellungsstandorten des Vereins zu einem Sonderpreis von 2 EUR. 

Feldversuche

(c) Helmut Claus

Im Rahmen der so genannten Feldversuche (2002 bis 2007) verwandelten die Künstler Bob Braine, Mark Dion, Galerie für Landschaftskunst, Henrik Håkannson und Sandra Voets  das geschützte Stück Natur um den Fluss Seege in ein künstlerisches Freilandlabor: Die Kunst des aufmerksamen und bewussten Sehens sollte durch die Feldversuche neue Anregungen erhalten. Den international renommierten Künstlern ging es dabei weniger um die Natur als Folie für ihre Kunst, sondern um die künstlerische Erkundung des Landschaftsraums der Seegeniederung - auch mit wissenschaftlichen Mitteln.

Dazu formulierte Henrik Hakånsson programmatisch das kurze Statement: „Sie (zeitgenössische Künstler) versuchen - mit beinahe wissenschaftlichen, empirischen Methoden - die Verbindung des Menschen mit seiner Umwelt sichtbar zu machen und den Betrachter für sonst nicht oder nicht mehr wahrgenommene Prozesse zu sensibilisieren. Die Natur ist dabei Sinnbild für das Prozesshafte. Dies ist umso wichtiger, als in Zeiten ungebremsten Wachstums und ökologischer Krisen die Ausbeutung und Zerstörung natürlicher Ressourcen fast unaufhaltsam abläuft. Die Wahrnehmung solcher Zusammenhänge setzt beim Betrachter die Kunst des Sehens voraus.“

Teil der Feldversuche wurden außerdem die Plastiken von Gerda Bier, Klaus Großkopf, Klaus Müller-Klug, Georg Seibert und Hartmut Stielow, die während des ersten Wendland-Symposion für Bildhauerei und Literatur (1991) mit  Bildhauern, Literaten und Graphikern entstanden waren sowie die Skulpturen von Klaus Becker, Werner Götz, Jean-Lucien Guillaume, Jan Meyer-Rogge, Monika Müller-Klug und Tobias Stengel während des zweiten Wendland-Symposion für Bildhauerei (1992).

Inzwischen hat der Zahn der Zeit an vielen der (Holz-)Skulpturen genagt und das Prozesshafte der Natur morbide zu Tage treten lassen. Eine Entwicklung die durchaus gewollt ist und im Titel der Skulptur von Klaus Großkopf "Nature Morte" zum Ausdruck kommt.

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